Ratgeber 2026

Flüssiggas vs. Heizöl:
Kosten, Vergleich & Wechsel-Tipps

Wer kein Erdgasnetz hat, wählt zwischen Flüssiggas (LPG) und Heizöl. Dieser Ratgeber rechnet beide Optionen für 2026 durch – mit konkreten Zahlen zu Heizwert, Kosten pro kWh, CO₂-Emissionen und Umstiegsaufwand.

Flüssiggas (LPG / Propan)
Heizöl EL

Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas – im Handel und in der Norm als LPG (Liquefied Petroleum Gas) bezeichnet – besteht aus einem Gemisch aus Propan (C₃H₈) und Butan (C₄H₁₀). Das Mischungsverhältnis variiert je nach Anwendung und Jahreszeit: Für Heizzwecke in Deutschland ist reines Propan (100 %) oder ein Propan-schweres Gemisch (ca. 60 % Propan, 40 % Butan) üblich. Im Sommer kann der Butananteil steigen, da Butan bei Minustemperaturen seinen Dampfdruck verliert und dann nicht mehr zuverlässig verdampft.

Flüssiggas fällt bei der Rohölverarbeitung als Nebenprodukt in der Raffinerie an – ebenso wie Heizöl. Unter geringem Druck (8–16 bar bei Propan) wird es flüssig, nimmt dann nur noch ein 260stel seines gasförmigen Volumens ein und lässt sich so platzsparend in Tanks lagern. Im Tank liegt es flüssig vor; an der Heizung wird es gasförmig entnommen und verbrannt.

Zusammensetzung Flüssiggas (Heizanwendung)

60 %

Propan (C₃H₈)

geeignet bis -42 °C Außentemperatur

40 %

Butan (C₄H₁₀)

verliert unter -1 °C seinen Dampfdruck

Heizöl EL (Extra Leicht) ist ein Destillationsprodukt aus Rohöl, das hauptsächlich aus C9- bis C20-Kohlenwasserstoffen besteht. Es wird flüssig gelagert und direkt in die Brennkammer des Kessels eingespritzt, wo es zerstäubt und verbrannt wird. Heizöl ist brennbar, leicht feuergefährlich und gehört zur Wassergefährdungsklasse 2 – das hat praktische Konsequenzen für Lagerung und Aufstellung.

Heizwert-Vergleich: Propan vs. Heizöl EL

Der Heizwert (unterer Heizwert Hu) gibt an, wie viel nutzbare Wärme bei der vollständigen Verbrennung eines Brennstoffs freigesetzt wird – ohne Kondensation des Wasserdampfs in den Abgasen. Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Kondensationswärme (oberer Heizwert Hs) und erreichen damit Wirkungsgrade über 100 % bezogen auf Hu.

Brennstoff Heizwert Hu (kWh/kg) Heizwert Hu (kWh/L) Dichte
Propan (100 %) 12,87 kWh/kg 6,57 kWh/L 0,51 kg/L
Butan (100 %) 12,69 kWh/kg 7,37 kWh/L 0,58 kg/L
Heizöl EL 11,86 kWh/kg 10,00 kWh/L 0,84 kg/L
Erdgas H (Vgl.) 13,90 kWh/kg 10,35 kWh/m³ 0,72 kg/m³
Achtung beim Preisvergleich: Heizöl wird in Litern, Propan in Kilogramm abgerechnet. Ein Liter Heizöl liefert 10 kWh, ein Kilogramm Propan liefert 12,87 kWh. Wer Preise direkt pro Liter oder Kilogramm vergleicht, vergleicht unterschiedliche Energiemengen. Der einzig faire Vergleichsmaßstab ist der Preis pro kWh.

Kosten pro kWh: Flüssiggas vs. Heizöl 2026

Die Preise für beide Energieträger schwanken monatlich und regional. Die folgenden Werte sind Richtwerte auf Basis von Marktdaten aus dem ersten Quartal 2026 für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Jahresabnahme von 1.500–2.000 Litern Heizöl bzw. 800–1.200 kg Propan.

Flüssiggas (Propan)

0,70–0,90 €

pro kg (inkl. MwSt., frei Haus)

Umgerechnet pro kWh:

0,054–0,070 €/kWh

Heizöl EL

0,95–1,15 €

pro Liter (inkl. MwSt., frei Haus)

Umgerechnet pro kWh:

0,095–0,115 €/kWh

Der Unterschied erscheint groß – doch er erklärt sich auch durch die CO₂-Bepreisung. Ab 2026 liegt der CO₂-Preis im Korridor von 55–65 Euro pro Tonne. Da Heizöl pro kWh mehr CO₂ emittiert als Propan, fällt die CO₂-Abgabe für Heizöl absolut höher aus.

Kostenfaktor Flüssiggas Heizöl EL
Brennstoffpreis (Richtwert 2026) 0,062 €/kWh 0,105 €/kWh
CO₂-Abgabe (65 €/t) 0,014 €/kWh 0,017 €/kWh
Tankmiete oder Abschreibung Tank 0,003–0,006 €/kWh 0,002–0,004 €/kWh
Gesamt (Richtwert) 0,079–0,082 €/kWh 0,124–0,126 €/kWh

Alle Werte sind Richtwerte inkl. MwSt. Regional- und anbieterabhängige Schwankungen sind möglich. Preise ohne Gewähr.

Kostenrechnung: Einfamilienhaus mit 20.000 kWh/Jahr

Ein Einfamilienhaus mit ca. 150 m² Wohnfläche, Baujahr 1990er, mittliger Dämmung, hat einen typischen Wärmebedarf von rund 20.000 kWh pro Jahr. Ein moderner Gas-Brennwertkessel mit Jahresnutzungsgrad von 95 % bzw. ein Öl-Brennwertkessel mit 92 % benötigen folgende Brennstoffmengen:

Jahresrechnung 2026 – Einfamilienhaus (20.000 kWh Wärmebedarf)

Flüssiggas (Propan)
Endenergiebedarf 21.053 kWh
Propanmenge 1.635 kg
Brennstoffkosten (0,80 €/kg) 1.308 €
CO₂-Abgabe ~ 295 €
Wartung Brennwertkessel ~ 250 €
Gesamt/Jahr ca. 1.853 €
Heizöl EL
Endenergiebedarf 21.739 kWh
Heizölmenge 2.174 Liter
Brennstoffkosten (1,05 €/L) 2.283 €
CO₂-Abgabe ~ 377 €
Wartung Brennwertkessel ~ 300 €
Gesamt/Jahr ca. 2.960 €

Richtwerte 2026. Wirkungsgrad Gas-BWK: 95 %, Öl-BWK: 92 %. Tankmiete/Abschreibung nicht eingerechnet. Preise ohne Gewähr.

Der Unterschied von rund 1.100 Euro pro Jahr ist signifikant. Allerdings: Wer heute noch eine funktionierende Ölheizung betreibt, muss den Wechselaufwand gegenrechnen. Die Amortisationszeit einer neuen Flüssiggas-Anlage liegt bei realistischer Rechnung bei 8–12 Jahren, abhängig von Förderungen und Preisentwicklung.

Wer ist Flüssiggas geeignet?

Flüssiggas und Heizöl teilen dieselbe Zielgruppe: Gebäude ohne Anschluss an das öffentliche Erdgasnetz. In Deutschland sind das nach Schätzungen des DVGW rund 5 Millionen Haushalte, die weder an Erdgas noch an Fernwärme angeschlossen sind – vor allem in ländlichen Regionen.

Flüssiggas passt besonders, wenn...

  • kein Erdgasnetz in der Region vorhanden ist
  • das Gebäude in einem Wasserschutzgebiet liegt (Heizöl teils verboten)
  • das Gebäude in einem Hochwassergebiet liegt
  • Kellerraum für andere Zwecke benötigt wird (Tank geht nach draußen)
  • Gas auch zum Kochen genutzt werden soll
  • die bestehende Ölheizung ersetzt werden soll und eine Brennwertlösung gewünscht ist

Heizöl bleibt sinnvoll, wenn...

  • eine neuwertige Ölheizung noch viele Jahre läuft und kein Investitionsdruck besteht
  • der Öltank im Keller neuwertig ist und viele Jahre hält
  • kein geeigneter Außenbereich für einen Flüssiggastank vorhanden ist
  • ein mittelfristiger Wechsel zur Wärmepumpe geplant ist und keine Übergangsanlage gewünscht wird

Tank: mieten, kaufen, unterirdisch oder oberirdisch

Der Flüssiggastank steht – anders als ein Öltank – im Außenbereich. Es gibt zwei Grundoptionen: Tank mieten oder kaufen, und: oberirdisch oder unterirdisch einbauen.

Mieten vs. kaufen

Kriterium Tank mieten Tank kaufen
Anfangsinvestition 0 € (Mietvertrag) 1.500–4.000 €
Laufende Kosten 150–350 €/Jahr Miete nur TÜV-Prüfung alle 10 J.
Anbieterbindung Ja (5–10 Jahre) Nein, freie Anbieterwahl
Wartung/Reparatur Anbieter übernimmt Eigentümer verantwortlich
Empfehlung für kurzen Planungshorizont langfristig günstiger

Oberirdisch vs. unterirdisch

Oberirdischer Tank

  • + Günstigere Installation (1.000–2.000 €)
  • + Einfachere Inspektion und Befüllung
  • Sichtbar im Garten
  • Grösster Temperaturschwankungen ausgesetzt
  • Sicherheitsabstände zu Gebäuden erforderlich

Unterirdischer Tank (Erdtank)

  • + Nicht sichtbar, Garten bleibt frei
  • + Gleichmäßige Temperatur, stabile Verdampfung
  • + Geringere Sicherheitsabstände nötig
  • Höhere Installationskosten (2.500–5.000 €)
  • Auftriebssicherung nötig bei hohem Grundwasser

Typische Tank-Größen für Einfamilienhäuser: 2.700 L (ca. 1.350 kg Propan) und 4.850 L (ca. 2.400 kg Propan). Befüllung erfolgt durch Tankwagen, Minimum-Abrufe ab 300 kg üblich.

Installationskosten im Vergleich

Wer von einer Ölheizung auf Flüssiggas wechselt, trägt Kosten für den neuen Kessel, die neue Abgasleitung, die Tankanlage und die Entsorgung des Öltanks. Wer eine neue Ölheizung installiert, zahlt ähnlich viel – ohne den Vorteil der günstigeren Betriebskosten.

Kostenposition Neue Flüssiggas-Anlage Neue Ölheizung
Gas/Öl-Brennwertkessel inkl. Einbau 5.000–9.000 € 6.000–10.000 €
Abgasleitung (Kamin/Edelstahlrohr) 500–1.500 € (Kunststoffrohr) 1.000–3.000 € (Edelstahl)
Tank inkl. Installation 1.500–5.000 € (ob./erd.) 500–2.000 € (Keller-Tank)
Entsorgung Öltank (bei Wechsel) 500–1.500 € entfällt
BEG-Förderung (Bundesförderung eff. Gebäude) bis zu 15 % möglich keine Förderung ab 2026
Gesamtkosten (Richtwert) 8.000–17.000 € 8.500–15.000 €
Wichtig: Neue Ölheizungen werden ab 2026 im Rahmen der BEG nicht mehr gefördert. Flüssiggasheizungen als Übergangs- oder Hybridlösung können unter bestimmten Voraussetzungen noch gefördert werden – etwa in Kombination mit Solarthermie oder als Teil eines Sanierungskonzepts. Fragen Sie einen Energieberater (BAFA-gelistet), bevor Sie investieren. Alle GEG-Regelungen für Bestandsheizungen erklärt der Ratgeber GEG 2026: Was Ölheizungsbesitzer wissen müssen.

CO₂-Emissionen im Vergleich

Flüssiggas emittiert weniger CO₂ als Heizöl – das liegt an der günstigeren Molekülstruktur von Propan (mehr Wasserstoff, weniger Kohlenstoff im Verhältnis). Die Differenz von rund 20 % ist kein Marketingargument, sondern Chemie.

Brennstoff CO₂-Emissionen (g/kWh Hu) CO₂-Emissionen (kg/Jahr, 20.000 kWh) vs. Heizöl
Flüssiggas (Propan) 214 g/kWh 4.505 kg –20 %
Heizöl EL 266 g/kWh 5.652 kg Referenz
Erdgas H (Vgl.) 201 g/kWh 4.221 kg –25 %
Bio-LPG (Futuria Propan) 80–120 g/kWh 1.680–2.520 kg –55 bis –70 %

Über die reinen Verbrennungsemissionen hinaus schützt Flüssiggas das Grundwasser: Als Kohlenwasserstoff der Wassergefährdungsklasse 0 (WGK 0) ist es nicht wassergefährdend. Heizöl gehört zur WGK 2 (deutlich wassergefährdend). Ein Tank-Leck, das bei Heizöl zu einem teuren Bodengutachten und einer Sanierung führt, hat bei Flüssiggas keine Boden- oder Grundwasserfolgen – das Gas verdampft einfach.

Wer seinen CO₂-Ausstoß weiter reduzieren will, kann auf Bio-LPG (biogenes Flüssiggas) setzen. Es wird aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt, ist technisch identisch mit fossilem LPG und braucht keine Umrüstung der Anlage. In Deutschland vertreibt PRIMAGAS unter dem Namen "Futuria Propan" ein solches Produkt.

Wechsel von Heizöl auf Flüssiggas: Was ist nötig?

Eine Ölheizung lässt sich nicht direkt auf Flüssiggas umrüsten – der Öl-Brenner und die Gasdüsen sind technisch nicht kompatibel. In der Praxis bedeutet der Wechsel den Einbau eines neuen Gas-Brennwertkessels. Das ist der größte Kostenpunkt, aber auch die Gelegenheit, auf moderne, effiziente Technik umzusteigen.

1

Energieberater beauftragen

Ein BAFA-gelisteter Energieberater prüft, ob Förderungen (BEG) beantragt werden können, und erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Kosten: 1.000–2.500 €, davon 80 % förderfähig.

2

Flüssiggasanbieter auswählen und Tankstandort festlegen

Drei bis vier Angebote einholen. Dabei: Tankgröße, Standort (ober-/unterirdisch), Miet- oder Kaufmodell klären. Mindestabstände zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und Öffnungen laut TRF 2012 beachten.

3

Öltank entleeren und entsorgen lassen

Öltank-Entsorgung durch zertifizierten Fachbetrieb: Restöl absaugen, Tank reinigen, demontieren, entsorgen. Kosten: 500–1.500 €. Einige Flüssiggasanbieter bieten diesen Service an oder vermitteln Partner.

4

Neuen Gas-Brennwertkessel einbauen

Der Heizungsbauer installiert den neuen Kessel, schließt ihn ans Gaszuleitungsnetz (Hausinstallation) an und verlegt eine neue Abgasleitung. Gas-Brennwertkessel können mit einem Abgasrohr aus Kunststoff (PP) ausgeführt werden – günstiger und platzsparender als ein Edelstahl-Schornstein für Öl.

5

Tankanlage abnehmen lassen (ZÜS-Prüfung)

Flüssiggastanks ab 1.000 Litern unterliegen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und müssen vor Inbetriebnahme sowie alle 10 Jahre durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) geprüft werden.

Zeitplan: Realistische Gesamtdauer vom ersten Angebot bis zur Inbetriebnahme: 4–8 Wochen. In der Heizperiode (Oktober–März) sind Handwerker stark ausgelastet – Planung im Frühjahr oder Sommer spart Zeit und teils auch Kosten.

Vor- und Nachteile im Überblick

Flüssiggas (LPG / Propan)

Vorteile

  • + Bis zu 20 % weniger CO₂ als Heizöl
  • + Kein Ruß, kein Feinstaub, kein SO₂
  • + Nicht wassergefährdend (WGK 0)
  • + Tank darf in Wasserschutzgebieten stehen
  • + Günstigere Abgasleitung (Kunststoff möglich)
  • + Kellerraum bleibt frei
  • + Kein Heizölgeruch
  • + Mehrfachnutzung (Kochen, Warmwasser)
  • + Bio-LPG als klimaschonendes Upgrade möglich
  • + Geringere CO₂-Abgabe je kWh

Nachteile

  • Tank benötigt Außenfläche
  • Mindestabstände zu Gebäuden einhalten
  • Butan-Anteil problematisch bei Frost
  • Bei Mietvertrag Anbieterbindung
  • ZÜS-Prüfpflicht für Tank

Heizöl EL

Vorteile

  • + Hoher Heizwert pro Liter (10 kWh/L)
  • + Großer Vorrat im Keller lagerbar
  • + Preisgünstiges Kaufjahr möglich (Jahresvorrat)
  • + Bewährte, weit verbreitete Technik
  • + Kein Außentank erforderlich

Nachteile

  • Höhere CO₂-Emissionen (+20 % vs. LPG)
  • Wassergefährdungsklasse 2 – Leck = Katastrophe
  • Verboten oder auflagenpflichtig in Wasserschutzgebieten
  • In Hochwasserschutzgebieten verboten (neue Anlagen)
  • Heizölgeruch im Keller und beim Befüllen
  • Kein BEG-Förderzugang ab 2026
  • Höhere CO₂-Abgabe je kWh
  • Teurer Edelstahl-Schornstein erforderlich
  • Kellerplatz wird belegt

Fazit

Flüssiggas schlägt Heizöl auf fast allen Vergleichsdimensionen: geringere CO₂-Emissionen, niedrigere Betriebskosten bei aktuellen Marktpreisen, keine Gefährdung für Boden und Wasser, bessere Förderfähigkeit und weniger Einschränkungen beim Aufstellungsort. Der Heizwert von Propan pro Kilogramm ist höher als der von Heizöl pro Liter – der Preisvorteil ist daher noch größer, als ein roher Kilogramm-Liter-Vergleich suggeriert.

Heizöl hat nur dann einen konkreten Vorteil, wenn eine funktionstüchtige Anlage mit neuwertigem Tank noch viele Jahre läuft und kein Investitionsdruck besteht. Wer ohnehin eine neue Heizung braucht, wählt bei fehlender Erdgasanbindung in aller Regel Flüssiggas – oder springt direkt zur Wärmepumpe, sofern das Gebäude ausreichend gedämmt ist.

Der mittelfristige Ausblick spricht gegen beide fossilen Brennstoffe: Der CO₂-Preis steigt, die EU-ETS-2-Regulierung greift ab 2027/2028 auch für Gebäude. Wer heute in Flüssiggas investiert, kauft Zeit – und kann später auf Bio-LPG oder eine Hybrid-Wärmepumpe wechseln, ohne die gesamte Infrastruktur abzureißen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist günstiger: Flüssiggas oder Heizöl?
Das hängt vom aktuellen Marktpreis ab. In 2026 liegt Flüssiggas (Propan) bei etwa 0,054–0,070 €/kWh, Heizöl EL bei etwa 0,095–0,115 €/kWh. Die Preise entwickeln sich ähnlich, da beide aus der Erdölraffinerie stammen – Flüssiggas ist aktuell aber deutlich günstiger je gelieferter Energieeinheit. Entscheidend ist der Jahresverbrauch, denn größere Abnahmemengen senken den Flüssiggaspreis spürbar.
Kann ich meine Ölheizung auf Flüssiggas umrüsten?
Ja. Ein Öl-Brennwertkessel lässt sich in vielen Fällen nicht direkt umrüsten – stattdessen wird ein neuer Gas-Brennwertkessel eingebaut. Die Gesamtkosten für Kessel, Abgasleitung und Tankinstallation liegen bei 8.000–17.000 Euro. Dazu kommt die Entsorgung des Öltanks (500–1.500 Euro), die teils über BEG-Förderungen bezuschusst werden kann.
Wie groß muss ein Flüssiggastank für ein Einfamilienhaus sein?
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Heizbedarf von 20.000 kWh/Jahr reicht ein Tank mit 2.700 Litern Fassungsvermögen (ca. 1.350 kg Propan). Ein 4.850-Liter-Tank erlaubt seltene Befüllungen und ist bei größerem Bedarf oder schlechterer Zugänglichkeit sinnvoll. Als Faustregel gilt: Der Tank soll den Jahresbedarf zu mindestens 60 % auf einmal aufnehmen können.
Ist Flüssiggas besser für die Umwelt als Heizöl?
Ja, messbar. Bei der Verbrennung von Propan entstehen rund 214 g CO₂/kWh, bei Heizöl EL sind es etwa 266 g CO₂/kWh – das sind rund 20 Prozent weniger. Zusätzlich entstehen bei Flüssiggas kein Ruß, kein Feinstaub und keine Schwefeldioxid-Emissionen. Flüssiggas ist außerdem nicht wassergefährdend (WGK 0), Heizöl liegt bei WGK 2.
Darf ein Flüssiggastank in Wasserschutzgebieten stehen?
Ja. Flüssiggas ist nicht wassergefährdend und darf laut TRF 2012 in Wasserschutz- und Trinkwassereinzugsgebieten aufgestellt werden. Der Tank wird bei Erdeinbau gegen Auftrieb gesichert. Heizöltanks unterliegen dort teils strengen Auflagen oder sind bei Neuinstallation verboten.
Flüssiggastank mieten oder kaufen – was lohnt sich?
Miete bedeutet: kein Kaufpreis (1.500–4.000 Euro), aber der Anbieter ist für die Laufzeit des Vertrages (oft 5–10 Jahre) gebunden. Kauf bedeutet: Anbieterfreiheit und langfristig oft günstigere Gastarife durch Verhandlungsspielraum. Wer langfristig plant und Preise vergleichen will, fährt mit einem gekauften Tank in der Regel besser.
Wie hoch ist der Heizwert von Propan im Vergleich zu Heizöl?
Propan hat einen Heizwert (Hu) von 12,87 kWh/kg bzw. 6,57 kWh/Liter (flüssig). Heizöl EL hat einen Heizwert von rund 10,0 kWh/Liter. Ein Kilogramm Propan liefert also gut 28 Prozent mehr Energie als ein Liter Heizöl. Beim Kostenvergleich muss daher immer der Preis pro kWh – nicht pro Liter oder Kilogramm – herangezogen werden.

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